Kunst und Gesellschaft:

Familie und Gesellschaft

Strategischer Plan des Ministeriums für Familie und Soziales der Gemeinde Madrid

Das Ministerium für Familie und Soziales der Gemeinde Madrid bestellte bei mir ein Bild für den Einband seines strategischen Plans 2005 – 2008, der die Hauptlinien der Aktivitäten und Dienstleistungen bezüglich der familiären Grundproblematiken kommunizierte.

Warum ein Mandala?

Das Bild sollte auf symbolische Weise die Bedeutung der Familie für die Bewältigung gesellschaftlicher Fragestellungen darstellen, und gleichzeitig auch den Wandel der Institution "Familie" in der modernen Gesellschaft zum Ausdruck bringen – geschiedene Eltern, Patchwork Familien, allein stehende Väter und Mütter, homosexuelle und lesbische Elternpaare, Grosseltern, die ihre Enkel erziehen, Mütter, die beruflich tätig sind, Väter, die den Haushalt besorgen, etc. Gleichzeitig sollte das Bild nicht in die Falle einer simplifizierenden Nostalgie oder einer unzugänglichen Komplexität treten. Zudem bestand die Erwartung, dass das Bild nicht einfach eine reine Illustration einer definierten Haltung und einer bestimmten Denkweise werde, sondern zu einem weiten Sehen auf die vielfältigen Dimensionen der Familie einlade.

Ich wählte die Grundform des Mandalas als zeitloses und interkulturelles Symbol für die dynamischen Beziehungen von Teilen und Ganzem. Denn unabhängig von der Kultur und den sozialen Kontexten, die sie tragen und prägen, hat doch jede Familie in sich etwas Mandalahaftes: sie ist mehr als die Summe ihrer Teile und befindet sich in einem permanenten Prozess der Rekonfiguration und der Neuorientierung, ausgelöst durch das persönliche Heranwachsen jedes einzelnen ihrer Mitglieder.