Kunst und gesellschaftliche Entwicklung

Kunst und soziale Transformation

Das Buch

Im Jahr 2008 erschien in Argentinien das Buch "Arte y Transformación Social – Saberes y prácticas de Crear vale la pena"; geschrieben von Carmen Olaechea und Georg Engeli und illustriert von Georg Engeli.

Crear vale la pena ist eine Organisation der Zivilgesellschaft mit Sitz in Buenos Aires und Aktivitäten und Allianzen in Argentinien, Lateinamerika und Europa. Das Buch geht den 14 Jahren ihres Bestehens nach und analysiert vertieft die Hauptachsen der Konzepte und Arbeiten dieser Organisation: soziale Transformation, Kunst, Suche nach Identität, Kreativität und gesellschaftliche Organisation.

Inés Sanguinetti, Gründerin und Präsidentin von Crear vale la pena, schreibt in ihrem Vorwort zum Buch:

“Carmen und Georg sind mit Crear vale la pena – und mehr noch mit der Thematik, die uns beschäftigt: die Kunst in Verbindung mit der sozialen Transformation hin zu einer Gesellschaft der Gleichberechtigung – seit vielen Jahren eng verbunden. Aus dieser Verbundenheit heraus haben sie unseren Gestaltungsweg mit begleitet und sind gemeinsam mit uns durch Phasen der Heiterkeit und der Sorge, der Freude am Erreichten und der Offenheit für Unbekanntes gegangen ... zusammen vereinen die beiden in sich eine große Bandbreite von Erfahrungen und Zugehörigkeiten über die Grenzen von Sektoren und Kulturen hinaus. Darum haben wir ihnen eine zweifache Bitte unterbreitet: dass sie über das Wissen und die Praxis von Crear vale la pena nicht nur berichten, sondern auch selber den Dialog aufnehmen mit den uns herausfordernden Inhalten – dass sie also auch ihren eigenen Blick auf uns und die Realität werfen, in der wir und die Leser leben”.

Wozu verschafft dieses Buch Zugang?

Das Buch untersucht die Interdependenzen zwischen Kultur, Kunst und der gesellschaftlichen Entwicklung anhand der Geschichte und den Erfahrungen von Crear vale la pena. Wir stellen das Fundament des konzeptionellen Ansatzes der Organisation vor und fragen, wie dieser sich in den Aktivitäten im Rahmen der Programmen, Initiativen und der eigenen organisatorischen Entwicklung konkret niederschlägt. Ausgehend von den Überlegungen, die Crear vale la pena selber anstellt, präsentieren wir Grundthemen, die sich quer durch die Arbeit dieser Organisation und der Zivilgesellschaft generell ziehen:

  • Konzeptionen der sozialen Transformation
  • Theoretische Grundlagen zur Rolle der Kunst
  • Achsen der gesamtgesellschaftlichen Organisation
  • Die Wandlungskraft des Sehens
  • Die Kreation von Räumen der Begegnung und der sozialen Verbundenheit
  • Die Rolle der Kreativität als verbindende menschliche Eigenschaft
  • Die Suche nach individueller und kollektiver Identität.

Der biographische Zugang

Wir erzählen den institutionellen Werdegang der Organisation nicht nur in seinem historischen Ablauf, sondern auch anhand der Entwicklung der inneren Logik der Entwicklung: eine Biographie des intellektuellen und emotionalen Wachstums und der Erweiterung und Vertiefung des heranwachsenden Verstehens.

Der poetische Zugang

In poetischen Texten erzählen wir die Geschichten von jungen Menschen, die dank ihrer Arbeit und Zugehörigkeit zur Gemeinschaft von Crear vale la pena eine tief greifende Wandlung ihres eigenen Lebens erfahren haben.

Der Zugang über die Aktionen

Wir stellen detailliert mehrere Initiativen und Programme vor, die die Organisation allein oder zusammen mit Netzwerken und in Allianzen mit anderen Sektoren in Lateinamerika und Europa gestaltet und umgesetzt hat. Hier gehen wir der Frage nach, wie das konkrete Handeln die Grundhaltungen und Reflexionen der Organisation abbildet und – gleichzeitig – erweitert und vertieft.

Der konzeptionelle Zugang

Sich soziale Transformation auf die Fahne schreiben, verlangt, ein tiefes Verständnis des Ganzen zu entwickeln, dem wir alle als Teile zugehören. Wir zeigen, wie Crear vale la pena sich dieser Komplexität stellt und die Herausforderung annimmt, Visionen und Sichtweisen auch weit außerhalb des eigenen Wirkungskreises mit der eigenen Arbeit zu verweben.

Der Zugang über Herausforderungen

Im Gegensatz zur reinen Konzentration auf Veränderungen des Bestehenden, bezieht sich die Transformation auf eine Zukunft, die sich aus heutiger Sicht weder definieren noch beschreiben lässt. Hier ist nicht so sehr eine klar umrissene Vision gefragt, als vielmehr eine Hingabe ans Unbekannte und ein Grundvertrauen in die kreativen Impulse des Lebens selbst. Anhand einiger Grundkonzepte von Crear vale la pena forschen wir den tiefer liegenden Dimensionen des Begriffs der Transformation nach. Wir fragen: welches sind die Annahmen und existentiellen Lebensbilder hinter diesen Grundkonzepten? Was bedeuten sie für die Organisation, die Zivilgesellschaft und die Gesellschaft generell? Auf diese Weise versuchen wir, in einen Dialog zu treten: nicht nur mit Crear vala la pena, sondern auch mit den Lesern, damit diese selber sich kritische Fragen bezüglich ihrer eigenen Vorstellungen und Visionen stellen können.

Und die Bilder?

Inés Sanguinetti schreibt in ihrem Vorwort:

“Die Zeichnungen von Georg sind keine Illustrationen, sondern ein Dialog zwischen zwei Feldern: dem Bild und dem Wort. Es waren keine ästethischen Erwägungen, die uns bewogen haben, Bilder in dieses Buch aufzunehmen. Crear vale la pena hat sich selbst immer gleichzeitig als Erfahrung und als Bild verstanden, und tut es weiterhin. Denn in der Verbindung von Denken und Poesie drückt sich eine Eigenart der Suche von Crear vale la pena und der Autoren selber aus, und so haben die Bilder eine doppelte Zielsetzung: sie repräsentieren die Inhalte – und verschaffen einen auch emotionalen Zugang zu ihnen – und sie stimulieren die Vorstellungskraft, damit sich der Leser über das Dargestellte hinaus tragen lassen kann.”